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  Jugend-Freizeit des LV Rheinland am 06.08.2011
 

Jugend-Freizeit des LV Rheinland am 05.-06.08.2011
 
 
 
Am 05.08.2011 war es soweit:
Unsere Jugendfreizeit vom LV Rheinland konnte beginnen!
 
Die Vorbereitungen waren abgeschlossen, wir erwarteten unsere Kinder um 17.00 Uhr. Dann das erste „Hallo“, es kam noch etwas zögerlich; denn für fünf Kinder war es das erste Zelten ohne ihre Eltern. Das war natürlich nicht ganz so einfach. Als dann endlich geklärt war, dass keiner wieder zurück nach Hause wollte, begann das Aufbauen der Zelte. Die fachkundige Anleitung von Franz Kussel kam da natürlich sehr gelegen. Man merkte schon, dass Franz in puncto Zeltaufbau ein Profi ist. Die Zelte waren in 15 Minuten bezugsfertig. Die Kinder hatten schon die ersten Erkundungen in unsere schöne Umgebung gemacht und dabei bereits einige Tiere und Pflanzen gesichtet. Besondere Aufmerksamkeit bekamen die Frösche, Würmer und Käfer. Und was man mit einer Maispflanze so alles anstellen kann. Ein kleines Labyrinth wurde angelegt - und dann diese tolle Perücke, um die uns ein Starfriseur beneidet hätte! Es wurde vieles entdeckt und untersucht. Nach dem Grillen gab‘s eine Treckerfahrt in unsere Umgebung, die sehr gut bei den Kindern ankam. Um 23.00 Uhr wurde dann zur Nachtruhe gerufen, was nicht so ganz einfach war. Es gab noch vieles zu erzählen und zu lachen, so dass an Einschlafen gar nicht zu denken war. Nach mehrmaligen Ermahnungen, etwas leiser zu sein, wurde ich belehrt, dass man leise nicht erzählen und lachen kann. Ein letzter Aufschrei von Franz so um 1.00 Uhr: „seid endlich still“, brachte dann für ganze zwei Minuten den gewünschten Erfolg. Als er dann den Geschichtenerzähler in sein Zelt geholt hatte, kehrte endlich Ruhe ein, und auch wir bekamen unsere Mütze voll Schlaf. Doch in dieser Nacht wurde es in seinem Zelt immer enger - kein Wunder: Er wachte am nächsten Morgen nämlich mit vier Kindern auf! Aber sie hatten wenigstens etwas geschlafen.
Morgens um sieben Uhr ging das Tohuwabohu weiter. Die Taschen wurden durchwühlt, Handtuch und Seife wurden zum Glück nicht gefunden, also nichts wie los, um Frösche und anderes Getier zu suchen. Nach dem Frühstück, was auch ungewaschen und ungekämmt hervorragend schmeckte, warteten wir auf den Revier-Jagdmeister Ralf Hinrichs, der eine Waldführung mit den Jugendlichen geplant hatte. Es sollte sehr spannend werden und das nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Erwachsenen; denn es ging um Fauna und Flora.
 
 
 
  
Die Natur beginnt bei uns schon direkt am Wegesrand. Der ist gesäumt von Ebereschen, Holunder, Brombeeren, Haselnüssen und Hagebutten. Alles Früchte, von denen sich unsere heimischen Vögel und Eichhörnchen ernähren. Durch die Aufnahme der Früchte gelangen die Samen beim Ausscheiden der Tiere wieder in den Kreislauf der Natur. Eichhörnchen, Eichelhäher, Haselmaus, Siebenschläfer und diverse Mäusearten können somit ihre Wintervorräte anlegen, um ihren Fortbestand zu sichern. Der Wald wurde als wichtiger Teil der Natur erklärt. Der Wald als Schutz für die Brut- und Wurfzeit der Tiere. Auch als Rohstofflieferant benutzen wir den Wald. Es wurde den Kindern erklärt, dass der Wald nicht unbedingt als Spielplatz geeignet ist. Durch Moose, Pilze, Bakterien und Insekten wird die Zersetzung von Totholz und Blättern durch Humus wieder zum Dünger für den Wald. An kleinen Bäumen konnte man Fegeschäden vom Rehwild erkennen, die Bastreste vom Gehörn, das sich vom Pflanzensaft dunkel färbt. Um den Wald zu schonen, muss auch der Wildbestand kontrolliert werden, um die Wildschäden so gering wie möglich zu halten. Dann wurde ein Fuchs-Kunstbau besichtigt und den Kindern erklärt, wo der Vorteil gegenüber einem Naturbau ist. Für die Hunde ist es einfacher, einen Fuchs im Kunstbau zu sprengen, da es seltener zu Verletzungen kommt. In der Ranzzeit werden die Bauten wöchentlich kontrolliert, normalerweise alle drei Wochen. Kunstbauten werden gerne an Gräben, Wasserläufen und Hecken angelegt. Der Kessel sollte immer der höchste Punkt sein, da die warme Luft nach oben steigt und der Kessel somit eine angenehme Unterkunft für den Fuchs ist. Optimale Röhren sollten einen Durchmesser von ca. 25-30 cm haben und eine Länge von mindestens 10-15 m. Je länger die Röhren, desto sicherer fühlt sich der Fuchs. In einem Niederwild-Revier sollte auf 100 ha ein Kunstbau angelegt werden. Die Kinder waren begeistert, jetzt so viel über Füchse zu wissen.
In unseren Wäldern sind natürlich auch noch Ameisenburgen anzutreffen. Große rote, kleine rote und kleine schwarze Waldameisen - die Bedeutung der Ameisen wurde erklärt.
Die angelegten Wildäcker bieten Schutz und Deckung für unsere Tiere und Insekten. Meistens besteht der Wildackersamen aus Sonnenblumen, wilden Malven, Buchweizen und winterharten Kohlsorten. Mit diesem unendlich Mehr an Wissen, kamen die Kinder und Erwachsenen zurück, um zu Mittag zu essen.
 

 
 
 
Und danach fuhren wir mit drei Autos und dem Großkanadier, den unser LV-Vorsitzender Franz Kussel als langjähriger Kanute von seinem Verein hatte leihen können, nach Wissen an der Niers - nahe Kevelaer. Gegenüber dem Schloss bestiegen wir mit sieben Kindern und drei Erwachsenen das große Indianerboot.
Flugs ging es los. Wir fuhren durch wunderbar grüne Wiesen, Felder und Auen unter ständiger Begleitung von Enten, Gänsen, Wasserhühnern und vielem anderen Getier. Krähen und viele Pferde sahen uns neugierig nach.
Besonderen Spaß machte es uns, die vielen anderen Paddler mit großem Hallo zu überholen.
Wir als „Profis im Schnell-Lehrgang“ waren den Laien mit ihren geliehenen Booten doch weit voraus und rollten das Feld von hinten her auf. Nach elf Kilometern hatten wir das Ziel „Jan an de Fähr“ bei Goch leider schon erreicht.
Wir luden das große Boot auf den Anhänger und schnallten es fest. Kaum saßen wir im Auto, da fielen schon die ersten dicken Regentropfen des Tages. Aber noch während der kurzen Heimfahrt hörte der Regen zum Glück wieder auf.
Zu Hause angekommen, erwarteten uns als Stärkung frische Hamburger, über die wir nach unserer „anstrengenden“ Fahrt mit Heißhunger herfielen.
Nachdem unsere Bäuche gefüllt und die Körper schlapp und müde waren, wollten die Kinder nur noch eins: nach Hause und schlafen, schlafen, schlafen!
 
Unser ganz besonderer Dank gilt Franz Kussel, der uns die tolle Kanufahrt ermöglicht hat.
Ebenso ein herzliches „Danke-schön“ an den Revier-Jagdmeister Ralf Hinrichs, der die Kinder und auch die Erwachsenen mit seinem Fachwissen besonders beeindruckt hat.
 
 
Danke - an alle
 
 
Maria Spettmann
 
Jugendobfrau des LV Rheinland
 


 
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